Sonntag, 17. März 2013

Frühjahrsthermik

Mal nachrechnen... wann hatte ich den letzten längeren Flug am Kandel?
Fast 7 Monate her. Kein Wunder, dass da gewisse Entzugserscheinungen aufgetreten sind. Alles Schnee von Gestern, obwohl von dem noch so einiges da oben liegt.
Freitag Nachmittag. 
Kleines Zwischenhoch nach dem neuerlichen Wintereinbruch. Es ist a....kalt, aber einfach ein Traum mal wieder aufzudrehen. Selbst ohne das Variogepiepse bleibe ich oben, denn es geht fast überall hoch. Nach 40 Minuten sind nicht nur die Finger steif, sondern auch wegen des fehlenden Visiers die Wangen eisig. Immerhin reicht die Höhe um am Südstartplatz top zu landen und den Weg zum Startplatz zurück in der grandiosen Winterkulisse zu genießen. 
Die Kollegen sind bis zu zwei Stunden in der Kälte unterwegs, Respekt. 


Auch am Samstag vor einer Woche konnte erstaunlich gut am Kandel geflogen werden. Der relativ schwache Wind war für Vormittag auf SW vorhergesagt, sollte aber im Laufe des Tages auf West drehen. Perfekt.
Dazu sollte zumindest um die Mittagszeit auch ein wenig die Sonne scheinen. An brauchbare Thermik hatte ich nicht wirklich geglaubt, da der Kandel oft erst gegen Nachmittag so richtig gut geht. Abgleitertaugliches Wetter wäre bei der bald aufziehenden Wolkendecke schon völlig ausreichend gewesen, da der erste Solo-Flug des Hasen am Kandel immer noch ausstand. Der Start war zwar nicht so ganz perfekt, aber immerhin hat sie sich (diesmal) dank des anstehenden Windes ganz gut rausgemogelt. Nun gut, der Hase fliegt. Dann mach ich mich auch mal fertig, bevor noch mehr Schneeschmelz-Wasser (+5°C am Startplatz!) in meine Schuhe eindringt. Beeindruckend, wie innerhalb von 5 Tagen gefühlt ein Meter Schnee wegschmelzen kann. Die restlichen 50 cm machten den Startlauf allerdings etwas mühsam. Dafür konnte man es bei den hohen Temperaturen auch etwas länger in der Luft aushalten. Nach dem Start flog ich die üblichen Ecken an und konnte mich ein paar mal bis zur Wolkenunterkante bei recht genau 1500 m hochkurbeln. Als wäre der letzte Thermikflug erst gestern gewesen. Sehr beruhigend, dass man das so schnell nicht verlernt. Nach ein paar kleineren Ausflügen setzte ich an zum Gleitflug über die Ruine von Waldkirch um mich anschließend am untersten Ausläufer des Kandels bei schwachen Bedingungen soarend in der Luft zu halten. Eins zwei lokale und schwache Regenschauer hatte man schon eine Stunde zuvor im Rheintal gesehen. Nun kamen aber größere Regenwände auch dem Kandel immer näher. Ein eindeutiges Zeichen, dass der Wind auffrischt und spätestens jetzt schleunigst der Landeplatz angesteuert werden sollte, war das plötzlich mühelose Aufdrehen dort, wo ich zuvor eine halbe Stunde lang vergeblich versucht hatte wieder nach oben zu kommen. Ein weiteres untrügliches Zeichen waren die paar Gleitschirme mit angelegten Ohren, die langsam vom Kandel herunter flüchteten. 30 Minuten später setzte der erste ordentliche Schauer ein. So kann's Frühjahr weiter gehen.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Parawaiting

Eine der eher nervigen Begleiterscheinungen des Gleitschirmfliegens ist das Warten auf fliegbare oder bessere Bedingungen. Eine besonders frustrierende Variante davon ist der Rückenwind am Startplatz, der einen sicheren Start verhindert, da man nicht wie sonst mit wenigen Schritten bei moderater Laufgeschwindigkeit raus kommt, sondern die nötige Abhebegeschwindigkeit kaum erlaufen kann. So standen wir also an einem der letzten Wochenenden auf der Straße ca. 100 hm unterhalb des Sonnhaldeberges und wunderten uns ob des runterfließenden Nordwindes, obwohl am Feldberg und dem Schauinsland bester Südwind vorhergesagt und tatsächlich auch anstand.
Selbst die wunderschön zaghaften Thermikwolken wenige hundert Meter über uns zogen brav gen Norden, nur dem Wind an unserem Hang war das egal. Also fuhren wir erst mal an den Gegenhang um dort drüben mit dem gleichen Problem ebenso ratlos wieder abzuziehen.
Da die Sonne aber kräftig auf den Südhang um die Mittagszeit schien hatten wir noch ein wenig Hoffnung, das der Wind thermisch unterstützt doch noch mal von vorne kommen könnte. Also wieder die Talseite gewechselt und den Rest diesmal nach oben gelaufen. Doch leider wehte auch am Startplatz immer noch ein konstanter Wind von hinten. Nach 1,5 h Warterei kam für drei Minuten tatsächlich mal eine leichte Briese den Hang herauf geweht. Dumm nur, dass des Hasen Startvorbereitungen erst dann begannen und nach fünf Minuten erst abgeschlossen waren. Nach einer weiteren Stunde warten auf die nächste Ablösung zogen dann Schleierwolken auf und bedeckten noch die letzte Hoffnung unter sich. Also mussten wir mit dem ganzen Krempel wieder runter zum Auto laufen.
Wie könnts auch anders sein kam jetzt auf halber Höhe der Wind dann doch wieder von vorne, warum auch immer. Jetzt is auch scho Wurst, ich pack jetzt aus bevors wieder rum is und hau mich raus, auch wenn das nicht der offizielle Startplatz ist.
Da der Start völlig problemlos und der Hang auch steil genug und gut geeignet war hatte der Hase nun auch Blut geleckt. Die nächsten beiden Starts machte sie, auch wenn die Höhe von 150m nur einen kurzen Abgleiter ermöglichte. Immerhin besser als ohne Flug und 3h Warterei unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu fahren. Die letzten Wochenenden mit zweifelhaften Wetterbedingungen haben wir lieber gleich mit Alternativaktivitäten wie Langlaufen oder Abfahrtski verbracht als zu warten ob sich der Nebel noch auflöst oder der Wind doch noch dreht. Es kommen auch wieder bessere Zeiten, aber hoffentlich bald!